Yukon River

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Es war während einem dieser kalten Winterabende in Longworth/Kanada, als mir aus heiterem Himmel die zündende Idee kam, wie ich meine Reise durch Nordamerika stilvoll abschließen könnte. Mir fiel die Reportage von Dirk Rohrbach wieder ein. 2010 war er alleine mit einem selbstgebauten Kanu aus Birkenrinde den Yukon River gepaddelt. Und hatte im Radio darüber erzählt.

Damals hatte ich den Bericht sorgfältig in Gedanken zusammengefaltet und in der Schatzkiste meines Gehirns verstaut, in der ich bereits die Serengeti und einige weitere Wünsche hütete. Tja, nun war ich quasi „um die Ecke“. War zwar noch nie länger als 20 Minuten in einem Kanu gesessen, aber wollte ich nicht immer mal etwas neues ausprobieren? Ich recherchierte ein wenig und beschloss, dass ich das Abenteuer annehmen würde.

So machte ich mich Anfang Mai auf den Weg nach Whitehorse im Yukon Territory. Dem Ausgangspunkt meiner Herausforderung. Die nächsten Wochen verbrachte ich mit ehrenamtlicher Arbeit bei zwei verschiedenen Familien. Der Grund hierfür lag darin, dass der Fluss, speziell der dazugehörige See, der Lake Laberge, erst Ende Mai/Anfang Juni völlig aufgetaut ist.

So hatte ich Zeit, bei einem dreitägigen Crash-Kurs die Grundlagen des Kanufahrens zu erlernen. Und mir ein Kanu aus Birkenrinde zu bau…nein, mir das günstigste Kanu zu besorgen, das ich finden konnte. Mich mit Kartenmaterial für den kompletten Fluss auszustatten und mit Proviant für 6-7 Wochen einzudecken. Mir Bärenspray zu kaufen.

Am 01.06.2017 war es dann schließlich soweit. Das Eis war im wahrsten Sinne des Wortes gebrochen, der Lake Laberge konnte durchquert werden. Ich packte mein Kanu und machte mich auf den Weg. Es folgten 55 Tage wie in einem Traum. Ich begegnete Bären, musste Elchen ausweichen, sah, wie Lachse ganz ohne Netz gefangen wurden. Hatte wirkliche Verluste zu beklagen, konnte die kürzeste Nacht des Jahres fast am Polarkreis genießen. Besuchte einen alten Handelsposten und wurde in den Yukon Flats vom Wind mit dem Kanu herumgeschubst. Durfte einer beeindruckenden Schauspieleinlage beiwohnen und lernte freundliche, hilfsbereite Menschen kennen.

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