Der Appalachian Trail

Die Appalachen sind ein ca. 400 Millionen Jahre altes, bewaldetes Gebirge, welches sich an der Ostküste des Nordamerikanischen Kontinentes über eine Länge von etwa 2400 Kilometern ausdehnt. Durch das rund 600 Kilometer breite Ökosystem verläuft der „Appalachian Trail“. Ein Fernwanderweg, der sich aus dem Zusammenschluss einzelner Wanderwege seit 1922 entwickelte und am 14.08.1937 von der Appalachian Trail Conference offiziell eröffnet wurde.

1948 wurde der Weg zum ersten Mal innerhalb einer Saison komplett durchwandert. Die Länge variiert seitdem, da durch Waldbrände Trailabschnitte umgeleitet oder neue Abschnitte hinzugefügt werden müssen. 2016 betrug die Gesamtlänge ca. 3.500 Kilometer.

Die Idee, den Appalachian Trail zu wandern, kam mir Anfang 2016. Ich arbeitete zu der Zeit gerade ehrenamtlich bei einer Familie in Costa Rica. Eines Abends schaute ich mit dem Sohn der Familie den Film „A Walk in the Woods“ mit Robert Redford und Nick Nolte. Der Film beruht auf dem Buch von Bill Bryson, von dem ich vorher bereits einige Werke gelesen hatte. Er beschreibt darin seinen Versuch, mit einem Freund zusammen „den Weg hinter seinem Haus“ in New Hampshire zu wandern. In herrlich amüsanter Weise.

Ich wollte durch die USA und hatte bis dato keine Ahnung, was ich dort tun sollte. Also traf ich die Entscheidung, dass es mal wieder an der Zeit für ein kleines Abenteuer wäre. 

So stand ich am 18.03.2016 am Startpunkt des Trails. Es war ein warmer, sonniger Frühlingstag. Mein Freund Nathan hatte mich zum Springer Mountain nach Georgia gefahren. Die längste Wanderung, die ich vorher gemacht hatte, waren 14 Tage in den Rocky Mountains in Montana. Jetzt lagen 3.500 Kilometer und ein halbes Jahr vor mir.

Genauer gesagt maximal 155 Tage, denn dann würde meine Aufenthaltsgenehmigung in den USA ablaufen. Der Einreisebeamte hatte nicht mit sich handeln lassen. Bis zu einem Jahr Aufenthalt hätte er mir geben können. Um 8-10 Monate hatte ich gebeten. Aber er wollte einfach nicht. Und wer die Immigration in den USA kennt, der weiß, dass es nicht lohnt, sich zu beschweren. Ich hatte also einen Termin, bis zu dem ich auf dem Mount Katahdin in Maine, dem nördlichen Ende des Weges, zu stehen hatte.

Was dann folgte, war eine Wanderung durch alle Jahreszeiten. Von Schnee und eisiger Kälte bis hin zu 40 Grad im Schatten. Dauerregen in Virginia und ausgetrocknete Bäche in Massachusetts. Begegnungen mit Schwarzbären, Elchen, Klapperschlangen und wunderbaren Menschen. Equipment, dass unter den Strapazen ebenso in die Knie ging, wie ab und zu der Wanderer, der es spazieren trug. Es war bis dahin mein wildester Ritt. Und ich werde ihnen gerne mehr darüber erzählen. Ein Klick genügt. 

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