Das ist Uncle Bob

1968 als Holger Guse am Niederrhein geboren, zeigte sich schon bald, dass ich das Zeug zum Weltenbummler hatte. Viel zu früh, begann ich mit 9 Monaten zu laufen. Und handelte mir damit O-Beine ein. Schule war für mich ein notwendiges Übel. Lieber jagte ich in freier Zeit mit Freunden dem Fußball hinterher. Dem Sport blieb ich treu, als ich mit 18 Jahren eine Ausbildung bei einer Krankenkasse begann. Bei der ich in den folgenden 25 Jahren diverse Bürostühle verschleißen sollte. Nach dem obligatorischen einjährigen Ferienlager bei der Bundeswehr führte mich die Liebe über den Weißwurstäquator. Die nächsten 10 Jahre fand ich am Starnberger See ein Zuhause, bevor ich schließlich Leuterschach im Allgäu zu meiner Heimat machte.

Schon in jungen Jahren war das Reisen meine große Leidenschaft. Mit zarten 19 Jahren ging mein erster Flug nach New York City, wo ich einen Onkel besuchte. In den folgenden Jahren blieben die USA und Kanada meine Hauptreiseziele. Insbesondere die Westküste Nordamerikas erkundete ich ausgiebig.

Als ich nach Leuterschach zog, änderte sich langsam die Art meines Reisens. War ich vorher noch mit Flugzeug und Auto/Wohnmobil unterwegs, wagte ich mich nun zum ersten Mal mit drei Freunden auf dem Mountain-Bike über die Alpen nach Italien. Reiste drei Wochen mit dem Rucksack durch die Ukraine. Beschleunigt wurde diese Veränderung durch zwei Dinge: 1. Ich schloss eine Ausbildung zum Gesundheits- und Präventionsberater ab. Was zur Folge hatte, dass ich meinen Lebensstil zu überdenken begann. 2. Ein Buch des Engländers Stephen Pern. Dieser beschreibt in seinem Werk „Continental Divide Trail“ seine Wanderung entlang der kontinentalen Wasserscheide der USA von der mexikanischen Grenze bis zur kanadischen Grenze. Sein Bericht ermutigte mich, Rucksack, Zelt und Schlafsack zu kaufen, den Umgang mit Kompass und Karte zu erlernen und mit Begleitung zwei Wochen durch die Rocky Mountains in Montana/USA zu wandern. Der Weltenbummler in mir war erwacht.

Im Frühjahr 2012 machte ich schließlich einen Schnitt. Kündigte meinen Job und löste meine Wohnung auf, um meinem lange gehegten Traum zu folgen. Ich wollte die Welt ganz in Ruhe aus der Nähe betrachten. Wörter wie „Serengeti“, „Anapurna“ oder „Segeln“ mit eigenen Erlebnissen unterfüttern.  Neues wagen. So saß ich am 16. Januar 2013 alleine und ohne Schlüssel am Flughafen in Düsseldorf. Zwei Rucksäcke neben mir, ein One-Way-Ticket nach Kathmandu/Nepal in der Tasche. Mit schmalem Budget und viel ehrenamtlicher Arbeit schaffte ich es in 5 Jahren einmal um unsere wunderschöne Welt und stand im Dezember 2017 mit Tränen in den Augen wieder bei meiner Schwester und meinem Schwager vor der Türe.

Nach der Reise ist vor der Reise. Ich nutzte ich die folgenden zweieinhalb Jahre dazu,  meine Reisekasse mit Vorträgen und einem Job als persönlicher Assistent eines körperbehinderten Mannes wieder aufzufüllen. Um Ende Oktober 2020 auf einem Segelboot in Frankreich in das nächste Abenteuer zu starten. Es wurden diesmal „nur“ zweieinhalb Jahre. Aber nicht weniger aufregend.

Nun…jetzt bin ich erstmal wieder da und erzähle  in meinen selbst komponierten Vorträgen von meinen Erlebnissen. Versuche, meinen Gästen mittels Bildern und Worten einen Blick auf die Welt durch meine Augen zu ermöglichen. Ihnen fremde Orte und Kulturen näherzubringen. Sie für ein paar Stunden aus dem Alltag zu entführen in eine neue, meist unbekannte Welt.

Und um meine Reisekasse aufzufüllen. Denn das nächste Abenteuer wartet schon. Irgendwo am Horizont. Wird noch dauern, aber kommt bestimmt. 

Daneben habe ich mich an einer Schreibschule eingeschrieben. Nicht nur, dass meine Erlebnisse danach schreien, schriftlich festgehalten zu werden. Die Techniken, die ich gerade erlerne, helfen mir auch bei der Erarbeitung meiner Vorträge, sowie auf der Bühne selbst.